Groupies gibt es ja tatsächlich wie Sand am Meer. Auch wenn ich gar keine richtige Band habe. Alle reißen sich um mich, ein halbes Jahr war ich unterwegs, hatte jede Nacht ein Täubchen im Arm. Ich beklage mich ja gar nicht. Ich bin wieder da- ich werde wieder schreiben. Hier gibt es einiges in Ordnung zu bringen. Auf zum Markencheck.

etwas wächst

Die Ideen sind Pollen. Fliegen umher und suchen einen Grund auf dem sie wachsen können. Es herrscht ewiger Frühling, die Zeit der Ernte ist die Dürre. Aus dem scheinbaren Nichts erschafft sich die Form. Der Müßiggang ist verschrien als Nichtstun, die Dürre der Taten. Doch genau das brauchen die Ideen um fruchtbar zu werden. Ein innerlicher Prozess, im geistigen Leben eines Kreativen. Das lobe ich mir. Heil Dürre. In diesem Sinne verbleibe ich weiter anscheinlich tatenlos aber nährwertig.

Wahrnehmungbegrenzung abschalten

Sehe ich die Welt so wie sie wirklich ist?

http://de.wikipedia.org/wiki/Dimethyltryptamin
Dunkle Materie ist überall, vieles ist für uns unsichtbar.
Das was wir sehen ist weniger als 4% der wahrhaftigen Masse.Was wir sehen, hängt immer von der jeweiligen Wellenlänge ab, mit der wir die Dinge sehen. Unser Frequenzspektrum ist sehr limitiert. Doch langsam entwickeln wir uns weiter.

Das sind doch keine Probleme

Ich habe über Nacht meine Freundin Pina auf dem Land besucht. Sie wohnt dort nicht permanent, nur über das Wochenende spannt sie dort aus und erholt sich vom Trubel der Großstadt. Als ich ankam war ich völlig überdreht. Sie hat mich gebeten meine Klamotten zu wechseln, ich war angezogen wir eine Diva, und mir dann eine landtaugliche Jeans und ein Hemd von Ihrem Freund gegeben,  das war okay.  Früher noch hätte ich eine riesen Szene gemacht, oder besser gesagt, ich wäre gar nicht erst hin gefahren. „Raus aus der Stadt, wozu? Auf dem Land, da ist doch nix.“ – so hab ich gedacht. Als sie mich dann mit in den Hühnerstall genommen hat, bin ich vollends ausgerastet, es waren insgesamt zehn Hühner und ein Hahn auf dem Gelände und die haben alle brav ihre Eier gelegt. Das sollte unsere kleine Znacht werden.  Wir sind dann noch in Gummistiefeln über die Felder gestapft und ich habe mich so richtig wohl gefühlt. Etwas durchgefroren dann in das kleine Häuschen, da brennt ein Feuer, es gibt keine Zentralheizung, hat Pina mir einen heißen Kakao gemacht und mir auf einem kleinen Tellerchen Kekse gebracht. Ich saß eingemummelt in einer Decke auf dem Sofa.

Ich war richtig glücklich.

Wie haben dann über dies und jenes geredet.

Angefangen haben wir über Geld zu reden. Es kam uns so skurril vor, Pina sagte, dass jedes Mal, wenn sie ihrem Leben in der Großstadt entflieht, fühlt sie sich wieder frei. Und das, weil sie dort in ihrem kleinen Häuschen auf dem Land nichts braucht, sie isst das, was sie findet, sie sammelt sogar Kräuter von der Wiese und bäckt selber ihr Brot. Auf dem Gelände stehen Apfel und Birnenbäume und sie kennt einige Brombeersträucher in der Umgebung. Sie beschäftigt sich mit Holzhacken, Marmelade kochen, Spaziergängen, Instandhaltungen und Malerei.  Das ist doch unglaublich, dachte ich, so ein rückschrittliches und einfaches Leben, wie glücklich das macht. Was für ein Glück Pina und ihr Freund haben, dass sie so etwas leben können. In der Stadt arbeiten beide, Pina ist Illustratorin und ihr Freund hat sein eigenes Plattenlabel.  Sie haben es also geschafft. Könnte man meinen, Geld haben die beiden auch nicht viel, weil wenn sie viel arbeiten, dann geben sie auch viel aus, weil sie es sonst in der Stadt nicht aushalten würden. Sie kaufen sich in der Stadt den Komfort, den sie auf dem Land umsonst haben. Das kleine Häuschen auf dem Land haben sie sich leisten können, weil Pinas Freund mal etwas mehr Geld auf der Kante liegen hatte und dazu auch noch etwas geerbt hatte. Pina ist, was den Umgang mit Geld angeht, nicht besonders sparsam. Sie hat einfach  Glück gehabt. Mit ihren Illustrationen verdient sie sich höchstens ein sattes Taschengeld, dank KSK hat sie niedrige Sozialbeiträge und sie lebt in einer Wohnung mit einem uralten Mietvertrag, beste Konditionen für ein gutes Leben.

Ich fand das alles sehr inspirierend.

Als ich Pina von meinen Sorgen erzählte, hat sie nur abgewunken und gesagt, das seien doch keine Probleme! Mein Problem sei hauptsächlich die Art und Weise, wie ich denke. Ich denke immerzu daran, was ich nicht habe und nicht daran, was ich alles haben könnte. Es gibt viel größere Sorgen denen ich mich kreativ und konstruktiv widmen könnte. Na toll. Leider hat sie recht.

Meine Ängste entspringen dem Vorausahnen des Nicht-seins. Ich nehme vorrausschauend an, ein Nichts zu sein, damit ich in der Zukunft nicht enttäuscht bin, darüber, nur ein Nichts zu sein. Das ist Mindfuck delüx. Die absolute downward-spiral. Eigentlich war es wohl mal so gedacht, mein Leben nach dem Minimal-Prinzip lebend zu rechtfertigen. Doch bis jetzt habe ich mir mit dieser Denke selber eine Falle gestellt. Ich kann ja gar nichts mehr werden, weil ich ja annehme, ein Nichts zu sein, deswegen kann ich ja auch nur minimale Leistung erbringen, doch aber der maximale Ertrag, der fällt mit steigendem Lebensalter.

Es wird aller höchste Zeit das zu ändern. Achte auf deine Gedanken. Ich werde auf meine Gedanken Neun geben.

Das ist die Erkenntnis, die ich mitnehme. In der Nacht habe ich noch sehr gut geschlafen und als ich erwachte, habe mich seit langem wieder richtig erholt gefühlt. Gleich mache ich mich auf den Weg zum Bahnhof, zurück in die Stadt, den großen Moloch.

Danke Pina und Fred, das war genau was ich brauchte, so ein bewusstseinserweiterndes Gespräch.

ein hämmerndes schuldiges bewusstsein

Ich weiß es. Das macht es alles nur noch schlimmer.

Was ist so schlimm? Ich sehe mich hier nicht im geringsten einen konstruktiven Teil zu dieser Gesellschaft beitragen. Ab und zu jedoch verlief ich mich in der Illusion, dass ich Leute glücklich mache, indem ich sie liebte. Dass ich dabei nur mein Leben wie Perlen vor die Säue warf, war mir zu dem Zeitpunkt allerdings nie recht klar. Zudem mein Geist auch die meiste Zeit von verabreichten oder körpereigenen Drogen beherrscht war. Ich lebte, und lebe immernoch, sehr zum Leidwesen meines Gewissens, als ein einzig und alleiniges Konsumentenäffchen. Als ich jünger war, da konnte ich das mit meinem erhöhten Drogenkonsum entschuldigen und meiner Randstellung als Homosexueller. Doch bei diesen Gedanken ist das MHD längst abgelaufen. Was geblieben ist, ist eine Art von Burn-out- der-Illusionen.

Ich habe mir selbst dazu geraten, ein Buch zu schreiben. Da dieses Buch nie erscheinen würde, ich es aber – sei es aus narzistischen Gründen oder was auch immer – teilen möchte, entschied ich mich für einen Blog. Wie Millionen andere Menschen. Wir teilen nicht unbedingt alle die gleiche Motivation, doch sind wir alle Teil einer großen Mitteilungsbewegung. Für mich geht es darum, mit der Sache ins Reine zu kommen. Mein Leben und mein Gewissen in Einklang zu bringen. Es wird mir helfen zu reflektieren und das Erlebte, welches ich nun so  argwöhnisch betrachte, als einen langen Weg zu betrachten, der mich dahin führen soll, wofür ich bestimmt bin.

Da ich kein gelernter Schreiberling bin, werde ich es ganz frei nach Schnauze, einfach drauf los, versuchen.

Durch die Texte werde ich die Scherben meiner Erinnerungen in Watte hüllen und sie in den Untiefen des Internets versinken lassen.

In der Zukunft, hoffe ich, werde ich keine Angst mehr haben müssen.

Hello. my name is pangler.

Aus dem Arsch kommen. Scheiße werden. Was auf die Beine stellen. Loslegen.

Nein, nein, nein, ich bin nicht Teil eines gottverdammt göttlichen Plans. Ich bin ein Unfall. Ich bin die Konsequenz eines nicht genauer überdachten Wunschdenkens. Das Ergebnis des rituell stattfindenden Geschlechtsverkehrs zum Geburtstag meiner Mutter, so wie auch ihrer Mutter, meiner Großmutter.  Das war normal, und alles was zählte, war normal zu sein. Kinder bekommen war damals normal. Eltern haften für ihr geficktes. So stand es in einer Schwulenkneipe, welche ich im knackigen Alter von 20 Jahren zu besuchen pflegte.  Nun bin ich aber längst über das Stadium der elterlichen Haftung hinaus und bin immer noch nicht in der Lage diese Welt zu begreifen, geschweige denn sie zu kontrollieren. Wer hat versagt? Die Antwort ist mir klar und bestimmt mein Befinden, welches von Minute zu Minute aussichtsloser und depremierter wird. Ich bin ein Versager. Dazu noch nicht einmal ein besonders schöner.

Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Pangler, ich bin Schuld an dem ganzen Mist, den ich mein Leben lang über verzapft habe.

Sinn und Zweck der öffentlichen zur Schaustellung meines jämmerlichen Daseins ist, dass ich ganz einfach meine Berufung herausfinden möchte. Simplen Fragen wie:  „Was zum Teufel tue ich hier?“ & „Warum lebe ich?“ auf den Grund gehen werde und alles was sonst noch aus der dunklen Ära des dark-wave-punkrock-glory-hole meiner Jugend übrig geblieben ist entlarven. Um mich schlussendlich im Hier-und-Jetzt wieder zu finden, damit ich endlich weiß, was ich hier zu tun habe. Dazu muss ich sagen, ich bin extrem faul, bewiesen dadurch, dass ich mich mein Leben lang nur aushalten lassen habe, dennoch auch sehr ehrgeizig, bewiesen dadurch, dass ich mich nur von der Creme-de-la-Creme aushalten lassen habe. Trotzdem aber spüre ich ein wohltätiges Herz in meiner Brust und wünsche mir etwas Sinnvolles in meinem Leben zu tun. Kinder in die Welt zu ficken wird das nicht sein. Ich bin Ende zwanzig und homosexuell. Ich habe einen Entschluss gefasst, nicht länger von innen heraus zu verwesen.